Ein "Temporary Assignment", das seit über 30 Jahren andauert: Siemens war der erste deutsche Auftraggeber von Bruce D. Henderson. Das Abenteuer BCG Deutschland begann mit einer merkwürdigen Begebenheit: Ein späteres Mitglied des führenden Managements von Siemens hatte in den 1970er Jahren als Student Bruce D. Hendersons Vortrag über das Portfolio am Massachusetts Institute of Technology gehört. Persönlich kennen lernten sich die beiden, weil Henderson sich mit einem Mittagessen für seine schroffe Antwort auf eine weitschweifige Frage des deutschen Studenten entschuldigen wollte.
Die Begegnung mit Bruce D. Henderson muss einen bleibenden Eindruck hinterlassen haben: Drei Jahre später rief der ehemalige Student, der inzwischen im Siemens-Management arbeitete, bei ihm an und bat ihn, nach Deutschland zu kommen: Er wollte das Portfoliokonzept in seinem Unternehmen anwenden.
Bruce D. Henderson nahm die Einladung an und ersuchte wenig später Bolko von Oetinger, ihn beim ersten Projekt in Deutschland zu unterstützen.In einem internen Rückblick für die Mitarbeiter schreibt Henderson darüber: "I asked Bolko to go to Germany for a week, on an emergency basis, almost immediately after he joined BCG. His car sat in the San Francisco airport parking lot for months. And he never returned to the U.S. to live after he left that car in the parking lot for what was supposed to be a brief assignment to Germany …"
Mittlerweile ist BCG Deutschland und Österreich mit 865 Beraterinnen und Beratern und acht Büros – München (eröffnet 1975), Düsseldorf (1982), Frankfurt (1991), Hamburg (1994), Stuttgart (1997), Wien (1997), Berlin (1999) und Köln (2001) – eine der wichtigsten außeramerikanischen Einheiten des weltweiten Netzes und erzielte im Jahr 2009 einen Umsatz von rund 418 Millionen Euro. Damit ist BCG die drittgrößte Topmanagement-Beratung in Deutschland.