PRESSEMITTEILUNG

  • 17. August 2012
  • Die "gläserne Decke" durchbrechen – Frauen in Führungspositionen

  • BCG-Studie identifiziert größte Barrieren für Karriereentwicklung von Frauen – Vorteile von Diversity sind bekannt, doch nur systematisches Vorgehen bringt Wettbewerbsvorteile für Unternehmen

München, 17. August 2012 – Die meisten Führungskräfte sehen eine klare Verbindung zwischen Mitarbeitervielfalt und Unternehmenserfolg. Acht von zehn messen der Steigerung des Anteils von Frauen in Führungspositionen sogar die höchste Priorität innerhalb des Diversity-Managements bei. Dennoch verfügt nur knapp jedes fünfte Unternehmen über eine eigene Recruiting-Strategie für Frauen, nur jedes vierte bietet die Möglichkeit zum Jobsharing in Managementpositionen. Maßnahmen wie etwa das Angebot von Frauennetzwerken und Mentorenprogrammen oder spezielle Diversity-Trainings sind zwar inzwischen verbreitet und gehen in die richtige Richtung, reichen allerdings nicht aus, um Diversity in einen Wettbewerbsvorteil für Organisationen umzuwandeln. Zu diesen Ergebnissen kommt die Studie Shattering the Glass Ceiling: An Analytical Approach to Advancing Women into Leadership Roles der Boston Consulting Group (BCG), für die rund 100 HR-Führungskräfte von 44 international agierenden Konzernen befragt wurden. Die Analyse identifiziert die größten persönlichen und sozialen Barrieren für die Karriereentwicklung weiblicher Talente, zeigt Best-Practice-Beispiele und stellt einen systematischen Ansatz zur Förderung von Frauen in Führungspositionen vor.

Internes Talentmanagement ist eine der größten Barrieren
Die BCG-Studie macht deutlich, dass der Großteil der untersuchten Unternehmen Diversity-Management im Kontext ethischer und sozialer Aspekte sieht. Durch die Ergänzung um einen strategischen Ansatz können darüber hinaus etwa Innovationszyklen verkürzt oder neue Märkte erschlossen und Kunden erreicht werden.

Die größte Herausforderung für Organisationen liegt nicht im fehlenden Bewusstsein für das Thema Diversity, sondern in der Identifizierung der eigenen internen "gläsernen Decke". "Der Mangel an weiblich besetzten Führungspositionen ist vor allem ein Problem des internen Talentmanagements; Frauen werden deutlich seltener befördert", erklärt Dr. Rainer Strack, Senior Partner und bei BCG weltweit verantwortlich für Personalthemen.

Die BCG-Befragung gibt Aufschluss über die größten institutionellen und persönlichen Barrieren, die Frauen daran hindern, in Führungspositionen zu kommen. Am häufigsten genannt wurden das schlechte Management der Führungskräfteentwicklung für Frauen, die Präsenzkultur in Firmen, die schwierige Vereinbarkeit von Beruf und Familie, der Mangel an geeigneten Programmen für Frauen, um etwa nach dem Mutterschutz wieder einsteigen zu können, sowie männlich geprägte Auswahlkriterien bei Beförderungen.

Der "Gesundheitscheck" für Unternehmen
Über alle Branchen hinweg setzen Unternehmen auf ganz unterschiedliche Maßnahmen, um die Diversität der Belegschaft zu erhöhen. Da die meisten dieser Maßnahmen jedoch nicht an quantitative Kriterien gebunden sind, ist eine zielgerichtete Steuerung kaum möglich. Lediglich 35 Prozent der untersuchten Firmen nehmen Diversity in die Zielvereinbarung für ihre Manager auf, und nur jedes fünfte Unternehmen knüpft die Erreichung an finanzielle Anreize.

Die BCG-Studie zeigt, wie Diversity-Management durch eine systematische und strategische Vorgehensweise zum Erfolgsfaktor werden kann. "Der Einsatz einzelner Diversity-Maßnahmen reicht oftmals nicht aus, um den Anteil von Frauen in Führungspositionen nachhaltig zu erhöhen und damit einen Wettbewerbsvorteil zu erzielen", erläutert Dr. Susanne Dyrchs, Co-Autorin und Expertin für Diversity- und Talentmanagement bei BCG. "Um die Schwachstellen im eigenen Diversity-Management aufzudecken und zu beseitigen, müssen Unternehmen über das ganze Spektrum hinweg – vom Recruiting von Frauen über ihre Bindung bis zu ihrem Karrieremanagement – aktiv sein und integrierte Maßnahmenpakete entwickeln."

Eine solche Vorgehensweise beginnt mit einem "Gesundheitscheck", der auf einer quantitativen und qualitativen Analyse basiert, um zuerst die Ursachen des Ungleichgewichts bei der Mitarbeitervielfalt herauszufinden und Akzeptanz für das Thema im Unternehmen zu gewinnen. Im nächsten Schritt werden Ziele und Maßnahmen definiert, die den Geschäftserfolg fördern können. Zunächst sollten daher die drei Faktoren Mitarbeitergewinnung, Mitarbeiterbindung und Mitarbeiterförderung anhand von definierten Leistungskennzahlen analysiert werden, beispielsweise durch eine Aufschlüsselung nach männlichen und weiblichen Neueinstellungen und Beförderungen pro Geschäftsbereich, Jobfamilie oder Firmenstandort. Umfragen und Interviews geben in der zweiten Stufe Aufschluss über die Kernprobleme und Vorurteile aus Sicht der männlichen und weiblichen Mitarbeiter sowie über Maßnahmen, die im Unternehmen bereits erfolgreich angewandt werden. Mit Hilfe der Ergebnisse des Gesundheitschecks können die wichtigsten Ziele definiert und Maßnahmenpakete priorisiert werden. Diese lassen sich am besten in einem "Diversity-Cockpit" mit den definierten Leistungskennzahlen steuern und müssen im Personalcontrolling des Unternehmens verankert werden, um Fortschritte messbar zu machen.

 

Pressekontakt Deutschland

Pressekontakt Österreich
Katharina Sacken
BCG Press Relations
Tel. +43 1 537 56 8163
sacken.katharina@bcg.com

Download Pressetext

The Boston Consulting Group (BCG) ist eine internationale Managementberatung und weltweit führend auf dem Gebiet der Unternehmensstrategie. BCG unterstützt Unternehmen aus allen Branchen und Regionen dabei, Wachstumschancen zu nutzen und ihr Geschäftsmodell an neue Gegebenheiten anzupassen. In partnerschaftlicher Zusammenarbeit mit den Kunden entwickelt BCG individuelle Lösungen. Gemeinsames Ziel ist es, nachhaltige Wettbewerbsvorteile zu schaffen, die Leistungsfähigkeit des Unternehmens zu steigern und das Geschäftsergebnis dauerhaft zu verbessern. BCG wurde 1963 von Bruce D. Henderson gegründet und ist heute an 85 Standorten in 48 Ländern vertreten. Das Unternehmen befindet sich im alleinigen Besitz seiner Geschäftsführer. Für weitere Informationen: www.bcg.de

In ihrem Internetportal bcgperspectives.com bündelt die Boston Consulting Group alle unternehmenseigenen Studien, Kommentare, Grafiken und Videos und stellt sie online zur Verfügung. Neben Publikationen zu aktuellen Wirtschafts- und Unternehmensthemen beinhaltet die Plattform auch Veröffentlichungen aus der 50-jährigen Unternehmensgeschichte. Das Onlineportal findet sich unter www.bcgperspectives.com.

Kürzlich erschienene Pressemitteilungen

  • 05. Dezember 2016 Digitalisierung treibt tiefgreifenden Umbruch von Dienstleistungsanbietern voran Weiter
  • 23. November 2016 Datenschutz: Verbraucher misstrauen Unternehmen Weiter
  • 17. November 2016 BCG ernennt fünf neue Partner in Deutschland Weiter
  • 28. Oktober 2016 Digitaler Wandel ohne digitale Talente: Nachwuchsführungskräften mangelt es an Fachpersonal Weiter
  • 21. September 2016 The Boston Consulting Group verstärkt Aktivitäten im Bereich "Einkauf und Operations" Weiter
  • 19. September 2016 Investoren bevorzugen nachhaltige Unternehmen Weiter
  • 01. September 2016 Experte für Telekommunikation verstärkt BCG in Deutschland und Österreich Weiter
  • 30. August 2016 M&A-Report 2016: Aktienrendite steigt durch häufige Transaktionen Weiter
  • 26. August 2016 Boston Consulting Group und Femtec starten Partnerschaft Weiter
  • 12. August 2016 Vielfalt in Unternehmen: Mehr Aushängeschild als gelebte Praxis Weiter

TED

Das Tempo von Veränderungen wächst – wie Unternehmen Widerstände in Chancen verwandeln können, zeigen unsere TED@BCG-Videos. Weiter

Unser Ansatz

Lernen Sie unser Unternehmen, unsere Arbeit, Wurzeln und Mitarbeiter kennen. Weiter

BCG-Büros

GlobeBCG hat 85 Büros in 48 Ländern. Weiter

Publikationen

Wir teilen unser Wissen mit Ihnen. Lesen Sie unsere Studien zu einer Vielzahl von Industrien und Themen. Weiter