Zeitwettbewerb

Ende der 1980er Jahre lenkte BCG den Blick auf eine neue, wesentliche Dimension der strategischen und operativen Unternehmensführung: den Wettbewerbsfaktor Zeit. Mit dem Übergang von der produktions- zur informationsbasierten Wirtschaft hat dieser Wettbewerbsfaktor weiter an Bedeutung gewonnen. Heute sind Schnelligkeit des Markteintritts, Flexibilität, Innovations- und Veränderungsfähigkeit entscheidend für den Erfolg eines Unternehmens.

Das Konzept

Das Konzept des Zeitwettbewerbs (Time-based Competition) basiert auf zwei Kriterien, die die Kaufentscheidungen – und damit die Wettbewerbsposition des Unternehmens – maßgeblich beeinflussen: der Qualität des Produkts bzw. der Leistung auf der einen Seite und seinem Preis auf der anderen Seite. Je mehr die Produkte im Laufe der Zeit und durch die Anpassung an Konkurrenz und Nachfrage sich in Qualität und Preis angleichen, umso schwieriger wird es für die Unternehmen, sich im Wettbewerb zu differenzieren. Denn Produktverbesserungen und Kostensenkungen stoßen irgendwann an eine Grenze.

Dieses Konzept erkennt die Zeit als entscheidenden Produktionsfaktor. Zeit wird zur primären Größe bei der Untersuchung von Wettbewerbssituationen. Sie ist nicht mehr nur im Fertigungsprozess relevant, sondern alle betrieblichen Prozesse werden im Hinblick darauf optimiert. In manchen Fällen kann die Durchlaufzeit eines Prozesses um bis zu 90 Prozent gesenkt werden. Und schneller heißt dabei nicht nur kostengünstiger. Die größere Geschwindigkeit bringt überraschenderweise auch eine Verbesserung der Qualität, da das Unternehmen zur kontinuierlichen Verringerung von Fehlern im gesamten Betrieb gezwungen wird.

Die Auswirkungen in der Praxis

Die Auswirkungen des Zeitwettbewerbs lassen sich an der Automobilindustrie illustrieren. Während amerikanische Automobilhersteller sich lange Zeit auf Kostensenkungen und Größenvorteile konzentrierten, entwickelten japanische Unternehmen in den 1980er Jahren neue Produktionsverfahren wie "Just-in-Time" und hochflexible Zuliefernetzwerke, die den Aufstieg der japanischen Automobilindustrie begründeten. In dieser "zweiten Revolution" der Autoindustrie gelang es, Geschwindigkeit, Qualität und die Reaktionsfähigkeit auf veränderte Kundenbedürfnisse in bis dahin ungeahntem Maße zu optimieren.

Während in den 1990er Jahren vor allem das Reengineering der Produktionsprozesse im Vordergrund stand, ist heute insbesondere die Verkürzung der "Time-to-Market" in den Fokus der Unternehmen gerückt. BCG hat durch die Weiterentwicklung des Zeitwettbewerb-Konzepts in zahlreichen Kundenprojekten diesen Bedeutungswandel mit vorangetrieben.

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