Das Konzept des Zeitwettbewerbs (Time-based Competition) basiert auf zwei Kriterien, die die Kaufentscheidungen – und damit die Wettbewerbsposition des Unternehmens – maßgeblich beeinflussen: der Qualität des Produkts bzw. der Leistung auf der einen Seite und seinem Preis auf der anderen Seite. Je mehr die Produkte im Laufe der Zeit und durch die Anpassung an Konkurrenz und Nachfrage sich in Qualität und Preis angleichen, umso schwieriger wird es für die Unternehmen, sich im Wettbewerb zu differenzieren. Denn Produktverbesserungen und Kostensenkungen stoßen irgendwann an eine Grenze.
Dieses Konzept erkennt die Zeit als entscheidenden Produktionsfaktor. Zeit wird zur primären Größe bei der Untersuchung von Wettbewerbssituationen. Sie ist nicht mehr nur im Fertigungsprozess relevant, sondern alle betrieblichen Prozesse werden im Hinblick darauf optimiert. In manchen Fällen kann die Durchlaufzeit eines Prozesses um bis zu 90 Prozent gesenkt werden. Und schneller heißt dabei nicht nur kostengünstiger. Die größere Geschwindigkeit bringt überraschenderweise auch eine Verbesserung der Qualität, da das Unternehmen zur kontinuierlichen Verringerung von Fehlern im gesamten Betrieb gezwungen wird.