Mit einer Entschuldigung begann das Pionierprojekt "BCG Deutschland". Bruce D. Henderson referierte 1975 am Massachusetts Institute of Technology über die Portfoliomatrix. Ein deutscher Teilnehmer stellte eine Frage, auf die Henderson nur knapp antwortete. Wenig später bedauerte Henderson seine schroffe Erwiderung und lud den Zuhörer als Entschuldigung zum Mittagessen ein. Wie sich herausstellte, war dieser in führender Position bei Siemens tätig und wollte die Portfolioanalyse in seinem Unternehmen anwenden. Henderson flog nach München und bat wenig später Bolko von Oetinger, ihn beim ersten Projekt in Deutschland zu unterstützen. Von Oetinger kam für ein sogenanntes "temporary assignment" – und blieb bis 2008.
Ein einziger Kunde, eine Handvoll Leute, einige gebrauchte Schreibtische, eine IBM-Schreibmaschine und ein Telexgerät aus zweiter Hand – das war das "Gründungskapital" von BCG Deutschland im Jahr 1975.

Gut 30 Jahre später arbeiten die 500 Mitarbeiter des Münchner BCG-Büros im ehemaligen Hauptsitz der Bayerischen Versicherungsbank, der nach modernsten innenarchitektonischen Gesichtspunkten umgebaut wurde.
Seine vielleicht größten Erfolge feierte das Münchner Büro aber nicht in der bayerischen Landeshauptstadt. Denn es wurde zur Keimzelle für sechs weitere Büros in Deutschland sowie für BCG in der Schweiz, Österreich, Skandinavien, den Niederlanden, Osteuropa, Griechenland und dem Mittleren Osten.
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